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Wednesday, October 04, 2017

Schwarzstorch-Brutbestand M-V 2017 - Negativtrend unverändert




Negative Komplexwirkung auf den Schwarzstorch-Brutbestand in M-V - hier am Beispiel des Forstamtes Schildfeld, einer ehemaligen Schwarzstorch-Hochburg in M-V.
Beachtet man die infrage kommenden Brutwaldbereiche in M-V samt Umfeld etwas detaillierter, so wirken sich momentan ausdrücklich drei Faktoren auf eine vorab aussichtsreiche Schwarzstorch-Ansiedlung konträr aus. Sie können jeweils isoliert, aber auch gemeinsam im Komplex zu dritt beachtlichen Einfluss auf eine mögliche Nestgründung ausüben:
  1. Den Wald-Fließgewässern, die sich im Einzugsbereich von akzeptabel ausgestatteten Brutwäldern befinden, fehlen zunehmend die notwendigen Qualitäts- und Quantitäts-Parameter eines struktur- und nahrungsreichen Bachsystems. Das immer wieder fehlende Nahrungsangebot zählt gegenwärtig als das Hauptargument für ein zunehmendes Fernbleiben des Schwarzstorchs in M-V als Leitart intakter Fließgewässersysteme.
  2. Ferner lässt sich eine chancenreiche Besetzung nur mit einer darauf zugeschnittenen Ruhezone und Störungsarmut am Nistplatz verbinden. Momentan wird jedoch festgehalten, dass die Errichtung von jagdlichen Einrichtungen und Kirrungen exakt an solch sensiblen Standorten anhaltend zu beobachten ist.
  3. Verfolgt man die gegenwärtige Entwicklung des Seeadler-Bestandes in M-V, so wird deutlich, dass der Brut-Bestand von 2007 (244 Revierpaare) bis 2016 (380 Revierpaare) innerhalb von 9 Jahren einen beachtlichen Anstieg von 56 Prozent mit 136 Revierpaaren zu verzeichnen hatte. Parallelen lassen sich beispielgebend  für das Territorium des FoA Schildfeld ableiten. Brüteten 2007 noch 2 Seeadler-Paare im Forstamtsbereich, so siedelten sich 2016 inzwischen 8 Paare an, 6 davon mit einer erfolgreichen Brut. Der Seeadler erschließt zunehmend das Brut-Terrain vom Schwarzstorch und „kesselt“ die verbliebenen Schwarzstorch-Vorkommen immer weiter ein. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, wann sich abermals neue Seeadler-Vorkommen zwischen Schaalsee und Elbe im FoA Schildfeld etablieren werden. Untersuchungen aus der jüngsten Vergangenheit im FoA Schildfeld belegten zudem, dass der Schwarzstorch ein entsprechendes Meideverhalten gegenüber dem Seeadler zeigt. Prinzipiell weicht der Schwarzstorch dem Seeadler nach den bisherigen Erkenntnissen mit einer minimalen Meide-Distanz von rund 1.500 m aus. Zur Zeit liegen jedenfalls aus M-V keine Brutnachweise mit dem Unterschreiten des ermittelten Meide-Puffers vor. Der Schwarzstorch toleriert eine Koexistenz mit dem Seeadler erst ≥ 1.500 m. Ein in Teilabschnitten durchaus für den Schwarzstorch attraktives Brutareal zwischen Boize und Landesgrenze S-H wird gegenwärtig von drei Seeadler-Vorkommen erschlossen (Tendenz steigend). Ein kennzeichnendes Beispiel, wie die Einflussnahme des Seeadlers gegenwärtig auf potentielle Schwarzstorch-Brutwälder weiter wächst.