Die nachfolgenden Aufnahmen legen zunächst den Fokus auf die äußeren Handschwingen pp8-10. Sie schließen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, deszendent die Handschwingen-Mauser der zweiten Generation für die K3- bzw. K4-LSE ab.
- 'Panni' wurde seinerzeit im Jahr 1992 nestjung mit einem Stahlring der Beringungszentrale Hiddensee südlich von Teterow (Landkreis Rostock) beringt.
- Erstmalig konnte ich 'Panni' 1997 schon als Jungspund und K6-LSE in einem zuvor seit 1994 neu von Schreiadlern erschlossenen Brutrevier "PAN" innerhalb meiner Monitoringfläche beobachten (die letzten beiden Ziffern '70' waren von 'Pannis' Ring ablesbar). Inzwischen neu verpaart, verlief die Brut 1997 im K6 allerdings noch negativ.
- Die Ansiedlung zwischen Geburts- und Brutort betrug 24 km (natal dispersal).
- Von 1997-2017 besetzte 'Panni' diesen Brutplatz mit dem Kürzel "PAN" durchgängig.
- 'Panni' verpaarte sich in den 21 Jahren mit sechs unterschiedlichen Weibchen (die Brut-Weibchen ließen sich mittels intensiver Feldstudien und spezifischer Kennzeichen/ Fotos eindeutig zuordnen). Hier lagen inzwischen erste Hinweise vor, dass die Brut-Weibchen einfach umtriebiger sein müssen und nicht lebenslang, so wie ihre Brut-Männchen, streng am Brutplatz festhalten werden. Nicht alle der sechs gewechselten Brut-Weibchen werden demzufolge auf ihren Zugwegen oder am Brutplatz plötzlich verunglückt sein. Vielmehr können, wenn auch keineswegs regelmäßig, einzelne Brut-Weibchen ihr gewähltes Brutrevier immer wieder sporadisch wechseln (siehe 'Kati' breeding dispersal Abb. 16).
- Da die Brut-Weibchen in der Regel die Nistplatzwahl vorgeben (von den 211 in 34 Jahren näher untersuchten Fällen zur Brutplatzwahl trafen an 195 Plätzen die Brut-Weibchen bei der Neuwahl/ dem Brutplatzwechsel die Entscheidung = 92 %), war es beim "Weibchen-Verschleiß" von 'Panni' auch nicht sehr verwunderlich, warum im Verlauf der 21 Jahre insgesamt zehn unterschiedliche Nistbäume genutzt wurden (7 x Stiel-Eiche, 1 x Birke, 1x Fichte, 1 x Lärche). Ein plötzlicher Nistplatzwechsel hängt deshalb nicht zwangsläufig mit anknüpfenden Störungen im Intimbereich des Brutplatzes im Zusammenhang - vielmehr kann ein Partnerwechsel ebenso häufig den Grund dafür auslösen.
- In 13 von 21 Seasons verliefen die Bruten mit einem ausgeflogenen Jungadler erfolgreich (62 %). Ausnahmsweise fand 2010 eine erfolgreiche Brut mit 2 Jungadlern statt.
- 2012 wurde 'Panni' von B. Meyburg zusätzlich besendert. Zum Zeitpunkt der Besenderung (08.08.2012) wog 'Panni' 1.550 g und die Flügelspanne betrug 1.520 mm (zum Vergleich: Brut-Weibchen 'Peggy' vom Brutrevier "LEV", sie wurde am gleichen Tag besendert, wog 1.675 g und wies eine Gesamtspanne von 1.580 mm auf.). Mithilfe der Besenderung als Fängling wurden die bisherige Codierung der letzten beiden Ziffern des Ringes bestätigt und als 'Panni' mit "CA 001670" vervollständigt. Der Sender von 'Panni' fiel jedoch 2014 vorzeitig aus und stellte daraufhin keine weiteren Daten im Brutrevier und auf seinen Zugwegen zur Verfügung ....
- 2017 wurde mein verehrter 'Panni' letztmalig am Brutplatz bei einer erfolgreichen Brut beobachtet. Danach verließ er die große Bühne und ein großartiges Kapitel in meiner langjährigen Schreiadler-Forschung endete. Der Bub fand sicher auf dem Wegzug, bzw. anschließend im Überwinterungsgebiet oder gar erst im Frühjahr 2018, dann schon im K27 auf dem Heimzug, ein eher unschönes Ende.....
- männliche LSE präsentierten bis zum K11 in der Regel immer noch sehr deutliche Bänderungen der Armschwingen und inneren pp 1-5 (Abb. 19-20);
- männliche LSE zeigten im reifen ('voll-adulten') Alter, hier bis zum K15, teilweise immer noch sichtbar ausgeprägte Bänderungen auf den Armschwingen und inneren pp 1-4 (Abb. 21);
- männliche LSE im sehr hohen Brutalter, hier im ≥ K20, skizzierten teils immer noch die obligatorischen Bänderungen (insbesondere pp1-3), wenn auch zuweilen verschwommen und längst nicht mehr so kontrastierend (Abb. 17, 22-25 - beachte stets die Lichteinflüsse);
- weibliche LSE verloren hingegen ihre Bänderungen auf den Hand- und Armschwingen signifikant früher, vergleiche die ersten sichtbaren Unterschiede ab K9/K10 (u.a. Abb. 56) - zu beachten ist der für Weibchen im Gros registrierte dunklere Gesamteindruck/ Färbungseinfluss der Hand- und Armschwingen - der Kontrast zur Bänderung verliert sich deutlicher, obwohl die Bänderung immer wieder bis zum K12 existierte, wie die Musterung gefundener Mauserfedern (insbesondere Armschwingen) am Brutplatz zusätzlich belegten;
- bei besonders dunkel gezeichneten Weibchen verschwimmen/ verschwinden die Bänderungen bereits ab dem K9, sie sind dann oft nur noch fragmentarisch unter günstigen Lichtverhältnissen zu erkennen - vorhandene Bänderungen fallen, wenn überhaupt, oft nur noch bei pp1-4 und ss1-2 auf (siehe Abb. 26, 47);
- weibliche LSE lassen letzten Endes im reifen Alter ≥ K15 die anfänglich noch definierten Bänderungen mitunter vollständig missen, wie Abb. 27 dokumentierte;
- Die vorhandene Brutreserve wird in M-V kontinuierlich, was maßgeblich die Kennring-LSE Wiederfunde inzwischen belegen, nahezu komplett durch den eigenen Nachwuchs aus M-V abgedeckt. Bislang existieren nur zwei Nachweise aus Polen ('natal & breeding dispersal') und ein Beleg aus Brandenburg ('natal dispersal'), wo die nachrückende 'Brutreserve' für M-V aus benachbarten Regionen abstammte.
- Dem Brut-Weibchen fehlt zuweilen, wie zuvor weiter oben erwähnt, im Vergleich zum Brut-Männchen eine konsequente Brutplatztreue. Ein charakteristisches 'breeding dispersal' wird aber auch nur dann ausgelöst, wenn beim Brut-Weibchen folgende Voraussetzungen vorliegen:
- Das Weibchen findet sich nach der Ankunft im Frühjahr vor dem Revier-Männchen am vertrauten Brutplatz ein, wartet sehr lange auf das Männchen und zudem findet sich in der Zwischenzeit auch kein Ersatz-Männchen für eine Neuverpaarung am Standort ein:
- Sie steht im weiteren Verlauf vor der Eiablage, wird dementsprechend unruhig, sucht daraufhin großräumiger die Region ab, verpaart sich spontan und rechtzeitig vor der Eiablage an einem anderen Brutplatz mit dem dort noch wartenden Revier-Männchen neu (Belege liegen vor).
- Oder sie verpaart sich während ihrer Suche neu und es kommt dabei zu einer Revier-Neugründung mit einem 'Nachrücker-Männchen' (Belege liegt vor).
- Das Weibchen bleibt plötzlich während des Heimzuges Mitte April an einem fremden Brutplatz hängen, verpaart sich dort mit einem bis dato noch auf sein Revier-Weibchen wartenden Männchen neu und sie schreiten am Ende gemeinsam zur Brut (siehe u.a. "Kati", Abb. 16).
- Das Weibchen wird am Brutplatz durch anthropogene Einflüsse gezwungen sein, um den bisherigen Standort kurzfristig und noch vor der Eiablage zu verlassen. Es zieht dann, mitunter auch nur vorübergehend für eine Brut-Saison, gemeinsam mit dem Brut-Männchen um. Das vertraute Revier-Paar unternimmt demzufolge gemeinsam ein 'breeding dispersal' (Belege liegen vor).
- Die aktuellen Untersuchungen legen nahe, dass die Brut-Männchen mithilfe ihrer Ansiedlungsstrategie näher an die ursprüngliche Geburtsstätte zu rücken versuchen. So liegt der Abstand zwischen Geburts- und Brutort im Mittel bei den Brut-Männchen in M-V bei 31 km und bei den Brut-Weibchen währenddessen bei 57 km. Die beiden Brutvögel mit polnischer Herkunft sind hier ausgenommen und wurden in Tab. 1 separat bewertet.
- Ich unterteilte die an den Brutplätzen festgestellten Kennring-LSE in drei Altersklassen (in Klammern die Belege, dabei durchliefen einzelne LSE zuweilen die AKI bis AKIII am jeweiligen Brutplatz):
- AK I: K5/6 bis K11 (15 females, 22 males = 59,5 %)
- AK II: K12 bis K18 ( 8 females, 9 males = 27,5 %)
- AK III: ≥ K19 ( 4 females, 4 males = 13,0 %)
- Nach dem Partnerwechsel (Weibchen 'Peggy' löste 2006 Weibchen 'Lena' ab und verpaarte sich mit dem Revier-Männchen 'Herkules' neu) vergingen zwei Jahre bis zum ersten Bruterfolg in 2008.
- 'Peggy' brütete in den 16 Jahren (2006-2021) auf fünf unterschiedlichen Brutbäumen (alles Schwarz-Erlen) und verpaarte sich mit zwei Männchen.
- Sie brütete insgesamt 9 x erfolgreich (darunter 7 x gemeinsam mit 'Herkules'), 7 x schlug die Brut fehl.
- 'Peggy' offenbarte mit 'Herkules' inzwischen die perfekte Harmonie am Brutplatz - beide honorierten es mit einem steten Bruterfolg von 2020 bis 2015. 2016 fehlte dann 'Herkules'....und 'Peggy' zeigte geduldig eine neue "Anlaufphase" mit 'Herkules II'...
- Insgesamt fanden zwischen 1989-2021 jährlich Bruten statt, davon:
- 22 erfolgreiche Bruten mit einem ausgeflogen Jungadler (65 %)
- 12 Bruten verliefen negativ (35 %)
- als Brutbaumart wurden gewählt:
- 1 x Fichte
- 9 x Schwarz-Erle
- 3 Männchen und 4 Weibchen beteiligten sich in den 34 Jahren am Brutgeschehen
- 1990 beteiligte sich wiederholt parallel ein Fremd-Männchen an der Fütterung des Jungadlers (Brut-Männchen 'Hansi' war noch vor Ort)

















































































